Warum ich Beyond gebaut habe: Die Welt und sich selbst verstehen
Ich habe jedes Notiz-Tool ausprobiert, das ich finden konnte. Sie waren alle gut im Organisieren. Keines davon hat mich zum Denken gebracht.
Gedanken über Denken, Schreiben und darüber, wie Ideen zu deinen eigenen werden.
Früher dachte ich, Notizen würden mich vor dem Vergessen bewahren. Dann merkte ich, dass ich viele Gedanken genau in dem Moment aufgebe, in dem ich sie speichere.
Früher dachte ich, ich bräuchte erst ein klares Thema, bevor sich etwas zu schreiben überhaupt lohnt. Inzwischen glaube ich, dass Themen meist erst später sichtbar werden, wenn man genug ehrliche Spuren hinterlassen hat.
Wir überschätzen oft, wie viel wir bei einer einzigen Lektüre wirklich verarbeiten. Nochmals Lesen sieht aus wie Wiederholung – aber eigentlich begegnet das heutige Ich erneut dem Buch, das man einst gelesen hat.
Als LLMs aufkamen, konnte ich es kaum erwarten, KI in meinen Notiz-Workflow einzubinden. Zwei Jahre später begann ich, sie Stück für Stück wieder herauszunehmen.
Jede Funktion, die ich gestrichen habe, hatte ich in anderen Apps jahrelang benutzt. Sie wegzulassen war keine Faulheit. Es war die härteste Designarbeit, die ich je gemacht habe.
Früher dachte ich, ich müsse Dinge erst klären, bevor ich sie aufschreibe. Dabei finde ich sie gerade durchs Schreiben heraus.
Die meisten Ratschläge zum Lesen klingen simpel. Formuliere Dinge mit eigenen Worten. Lies mit Absicht. Reflektiere. Der schwierige Teil ist nicht zu wissen, was zu tun ist. Sondern es wirklich zu tun.
Das Überraschendste daran, Antworten auf das Gelesene zu schreiben, ist nicht das Schreiben. Sondern Monate später zurückzugehen und der Person zu begegnen, die du einmal warst.
Ich hatte Tausende Markierungen und hätte dir trotzdem nicht sagen können, was ich eigentlich über irgendetwas davon dachte. Speichern ist eben nicht Denken.